Eßstörungen - das Wagnis nach außen zu gehen, ist der Beginn deiner Heilung

Eßstörungen sind zwanghafte Verhaltensmuster von Nicht-Essen (Magersucht/Anorexie), Über-Essen mit anschließendem Erbrechen (Eß-Brechsucht/Bulimie) und Über-Essen (Fettsucht/Adipositas). Nach Schätzungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung sind allein in Berlin 40000 - 500000 Menschen eßgestört. Dabei handelt es sich bei den wenigsten Betroffenen um Informationsdefizite, was gesunde Ernährung anbelangt. Ganz im Gegenteil. Gerade diese Personengruppe verfügt über ein außerordentliches Wissen darüber, was sie aber letztendlich nicht davor schützt, ungesund zu essen. Nahrungsmittel haben für den eßgestörten Menschen einen anderen Stellenwert als: den Hunger stillen, Satt sein erleben, Genuß spüren, Freude am Essen haben. Vielmehr stehen Lebens-Mittel für: den Hunger nach Emotionen stillen, das innere, bedürftige Kind ruhig zu stellen, Gefühle wie Angst, Wut, Trauer hinunter zu essen.

Selbst Magersüchtige sind davon nicht ausgeschlossen. Ihre „Lösung“ liegt darin, ihre ungeheure Kraft zu zeigen, indem sie trotz mangelnder Nahrungsaufnahme beispielsweise in der Lage sind, 16 Stunden täglich durchzuarbeiten. Dabei stellen sie ihre Macht über den Körper unter Beweis. Für Anorektiker ist es wichtig, die Kontrolle zu behalten.
 
Eß-Brechsüchtige schämen und verachten sich ungeheuerlich. Sie sind sich der Bedeutung sehr wohl bewußt, Berge von Nahrungsmengen (bei einem Anfall bis zu 40000 Kalorien) zu vertilgen, die sie anschließend wieder erbrechen müssen. Solche Anfälle können bis zu 15 mal am Tag vorkommen. Bevorzugt werden leicht und schnell zu essende Nahrungsmittel wie Schokolade, Kekse, Kuchen, Eis, Brot. Bulimiker verfügen über eine ausgezeichnete Fassade. Sie sind den Regeln der heutigen gesellschaftlichen Anforderungen gewachsen: dynamisch, zielstrebig, gepflegt; im Berufsleben oft auffallend erfolgreich.
Eßsüchtige schützen ihre sensible, ängstliche Seite mit dem Speckgürtel. Möglichst soll keiner wissen, wie unwert sie sich fühlen, wie sie ständig um Bestätigung von außen ringen. Eigentlich möchten sie niemanden so richtig an sich heran lassen; auch wenn die Sehnsucht danach groß ist.
Eßgestörte Menschen leiden an einem Mangel an Liebe zu sich selbst. In einem ständigen Kampf, diese unerfüllte Liebe und Anerkennung durch andere zu erfahren und dem gleichzeitigen Wunsch unabhängig zu sein, dient Essen bzw. Nicht-Essen dazu, diese Spannung auszuhalten. Ein ausgeprägtes Versagensgefühl liegt wohl darin, entgegengebrachte Liebe auf Grund des starken Selbsthasses nicht annehmen zu können.

Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Suchtkranken und deren Angehörigen. Nachdem mir dabei vermehrt Menschen mit Eßstörungen begegneten, habe ich mich in meiner Arbeit darauf spezialisiert. Hauptsächlich erfahre ich, daß tief verletzte, mittlerweile erwachsene Kinder mein Gegenüber sind. Ganz vorsichtig beginnen sie sich zu öffnen und sich zu zeigen, was viel Mut beweist. Dabei werden beim tatsächlich Erwachsenen hohe Anspruchsideale, vor allem an sich selbst, deutlich. Sie können gleichzeitig mit Scheu vor Verantwortung einhergehen. Während der Therapie wird es möglich durch Geduld und der Bereitschaft zur Veränderung, sich selbst und dem Leben Ja zu sagen. Diese Öffnung erlaubt es, die eigenen Bedürfnisse wahr- und anzunehmen und es zu wagen, sie in die Tat umzusetzen. Ein Gefühl und die Entscheidung FÜR DAS LEBEN entstehen.
 
Ich verstehe mich dabei als zuverlässige Begleitung. Neben Elementen aus der tiefenpsychologischen, familientherapeutischen und psychodramatischen Richtung unterstütze ich meine Arbeit auf der feinstofflichen Ebene mit Bachblüten und Reiki-Energie. Als sehr feine und tiefgehende körpertherapeutische Methode wende ich die Cranio Sacrale Integration an.
 
 
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